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Was sich in der Arbeitswelt ändert

Ein Raunen geht durch die Arbeitswelt, irgendwas bewegt sich. Es war schon lange spürbar. Die Menschen wollen nicht irgendeine Anstellung eingehen, zu einem Job, der sich cool anhört. Sie wollen einer Tätigkeit nachgehen, die ihnen gefällt und zu ihnen passt. Doch noch viel wichtiger als die reine Tätigkeit ist das Team und die Menschen drum herum. Für 71 % sind die Kollegen wichtiger als die Aufgaben.*

Seit einigen Jahren drängen sich Themen rund um Selbstführung, Empowerment und Mindful Leadership in den Vordergrund der Medien. Sie geben eine neue Richtung vor. Sie ebnen den Weg für etwas Neues. Meine Oma hätte jetzt die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. „Sei froh, dass du einen Job hast, Kind. Ob der dir gefällt, ist völlig egal.“

Jetzt kommt COVID-19 und rüttelt an unserem System. Die aktuelle Situation bringt uns alle an unsere Grenzen – emotional, mental und teilweise körperlich. Doch auch die Arbeitswelt erlebt eine Veränderung. Denn sie zeigt uns in vielen Punkten den Kern der Dinge. Sie bringt uns etwas mehr zu dem, was für uns wichtig ist. Prozesse und Strukturen, die „schon immer so waren“, können plötzlich doch geändert werden.

Neue Herausforderungen in alten Systemen.

Doch es entstehen auch neue Herausforderungen: Mitarbeiter erleben nun, wie viel Vertrauen ein Chef wirklich hat… Kontrolle ist angesagt, An- und Abmelden und genaue Prüfungen. Oder fehlt nun der Zusammenhalt mit dem Team? Die Nähe und die Energie des Teams geht flöten, weil Video-Calls nicht die nötige Bindung schaffen?In unseren Gesprächen mit den Unternehmen hören wir diese Veränderung heraus. Die Führungskräfte investieren in ihre Teams. Die Unternehmen sehen, wie wichtig eine gefestigte Struktur und der Zusammenhalt ist. Sie erkennen, dass neue Mitarbeiter Teams weiterbringen oder stören können und legen Wert auf ein gutes Matching. 

Die Schockstarre löst sich langsam, und die Firmen wissen, dass sie etwas für die Arbeitsathmosphäre tun müssen. Der Change beginnt.

Ist das jetzt unsere neue Arbeitswelt?

Wir durchlaufen gerade gewissermaßen einen Filter. Alle umschmeichelnden und ablenkenden Themen fallen weg und wir erkennen das Konzentrat, das, was übrig bleibt. Wenn das coole Office und das kostenlose Müsli wegfallen, was bleibt dann von meinem hippen Arbeitsplatz?

Prozesse, Strukturen und Positionen werden nun in ihrer Reinheit betrachtet und wir erkennen, was es ist und ob es das ist, was uns wichtig ist.

Doch was ist uns wichtig? Wie sieht die Arbeitswelt von morgen aus, die berücksichtigt, was uns wichtig ist.

In welcher Welt wollen wir leben?

Menschlichkeit auch im Job

Wir wollen in einer Welt leben, in der wir einfach wir sein dürfen. So sein, wie wir sind. Eine Welt, in der wir uns mit unserem gesamten Potenzial einbringen können. Trage ich neben der Mund-Nasen-Maske noch eine Maske über meiner Persönlichkeit? Das bedeutet in den meisten Fällen, dass ich mich nur nach den Erwartungen des Arbeitsplatzes richte, eine „meist maskuline Entschlossenheit“ an den Tag lege, die Zielausrichtung und Stärke demonstriert, wie Frederic Laloux so schön beschreibt. Zweifel und Verletzlichkeit müssen versteckt werden und Rationalität ist das A und O. Doch wenn wir einen Teil unseres Selbst (Verletzlichkeit, Fürsorge, hinterfragende Aspekte) zurücklassen, lassen wir auch einen Teil unseres Potenzials zurück.

Wir wollen uns einbringen dürfen, so wie wir sind. Wir wollen zugeben, wenn wir mal traurig sind, wenn wir mal empfindlich auf etwas reagieren. Wir dürfen unsere Gefühle nicht einfach ausschalten. Denn auch diese haben ihre Daseinsberechtigung, sie sind ein Teil von uns. Einen Teil, den wir nicht abkoppeln dürfen. Denn nur so sind wir in der Lage, Herausragendes zu schaffen und dabei auch noch wir selbst zu bleiben.

Jobs, die wir wirklich wollen

Wir bewerben uns auf Jobs, versuchen uns so darzustellen, dass wir den Personaler überzeugen – aber wollen wir den Job überhaupt? Wie sinnvoll ist es, wenn wir einen Job nur bekommen, weil wir uns verstellt haben? Weil wir den anderen mit unserem seriösen Auftreten überzeugt haben, jemand zu sein, der wir nicht sind – zumindest nicht immer. Doch nun haben wir den Job, wir müssen diese Rolle jetzt weiter spielen. Wir müssen der knallharte Controller sein oder die verrückte Designerin, obwohl diese Anteile nur einen kleinen Teil unserer Persönlichkeit einnehmen. Jemand hat das mal gut mit einem Aufzug beschrieben. Unsere Haupt-Persönlichkeitsmerkmale sind das Basement. Da fühlen wir uns wohl, sind authentisch und in uns gefestigt. Aber wir haben auch viele andere Anteile in uns, die sind sozusagen die Stockwerke darüber. Wir können der harte Controller sein, und auch die durchgeknallte Kreative aber vielleicht nicht immer und überall, denn dann muss der Aufzug immer auf einem höheren Stockwerk fahren. Das ist anstrengend und erfordert viel Energie. Diese Energie sollte doch lieber in die Arbeit an sich fließen und nicht darin, eine Rolle zu spielen.

Arbeitszeit ist Lebenszeit

Wir wollen in einer Welt leben, in der wir nicht zwischen Arbeitszeit und Freizeit unterscheiden müssen. Es ist alles unsere Lebenszeit, und die wollen wir so schön wie möglich verbringen. Im Job, zu Hause, im Urlaub. Es geht nicht um die reine Selbstverwirklichung, es geht um den Alltag. Wenn ich mich schon montags nach dem Freitag sehne, dann läuft doch was schief. Das Leben besteht nicht nur aus Wochenenden, sondern sollte auch dazwischen schön, wertvoll und gut genutzt sein. Es soll uns Spaß machen und uns motivieren, fordern und erfüllen, an jedem Tag.

Empowerment als Voraussetzung

Ein toller Ansatz ist Empowerment, um Mitarbeitern weiter unten in der Hierarchie auch Entscheidungsmacht zu geben. Doch das bedeutet dennoch, dass jemand dort oben so fair sein muss, um diese Entscheidungsmacht abzugeben. Doch sind wir nicht alle denkende, verantwortungsvolle Mitarbeiter, die das Beste im Sinn haben? Empowerment bedeutet Selbstbemächtigung; Selbstbefähigung; Stärkung von Eigenmacht und Autonomie. Wir müssen die Selbstbestimmung unseres Lebens nicht lernen, wir müssen nur aufhören, sie zu verlernen. Wir wollen in einer Welt leben, in der Selbstbestimmung und Empowerment die Voraussetzung ist und eine natürliche Situation, die wir nicht erst wegnehmen müssen, um sie dann unseren Mitarbeitern zurückgeben.

Die Vision bildet die Basis

Menschen, die eine gemeinsame Vision verfolgen, schließen sich zusammen. Dadurch entsteht eine Organisation, deren Kraft in die gleiche Richtung strebt. Ohne dass jemand mit der Peitsche dahinter stehen muss. Mitarbeiter in selbstgefu?hrten Organisationen beispielsweise achten und wertschätzen einander, denn sie fühlen sich auf eine andere Weise verbunden als durch den Arbeitsvertrag. Sie schaffen eine Sinnkultur, in der sie ihre Fähigkeiten entwickeln und Fairness sowie Gleichberechtigung leben. Wir wollen etwas bewirken, wir wollen teilhaben und das mit unserem ganzen Potenzial. Um unsere Vision mit unseren Werten und unserer Motivation voranzubringen.

Wir wollen in einer Welt leben, in der wir uns mit unserem Team verbunden fühlen.

Teams in ihrer Diversität

Lasst uns uns selbst besser kennenlernen.

Lasst uns unsere Kollegen im Team besser kennenlernen.

Lasst uns unsere individuellen Fähigkeiten anerkennen und wertschätzen.

Es ist toll, dass der Kollege so komplett anders tickt. Denn dadurch bringt er neue Aspekte ins Team, was für unsere Vision sehr wichtig ist. Auch wenn es manchmal schwierig ist und uns Kraft kostet. Diese Reibung erzeugt die nötige Energie. Es ist enorm wichtig, dass meine Kollegen andere kulturelle Hintergründe haben, denn ich alleine habe nun mal einen beschränkten Horizont, das liegt in der Natur der Sache. Gemeinsam haben wir mehr Ideen, sehen mehr Aspekte und Kriterien, die zur Lösung beitragen. Ein Team ist etwas anderes als die Summe seiner Teile, ein Team lebt von Diversität.

Vertrauen und Selbstverantwortung

Wollen wir in einer Welt leben, in der uns der Vorgesetzte genau aufträgt, was wir tun müssen? Oder suchen wir uns die Tätigkeiten, die unserer Kompetenz entsprechen und in der wir unser Wissen einbringen können? Die Themen, die uns interessieren, in die wir uns reinstürzen wollen? Ansätze wie Shape Up bringen diese Aufgaben ins Team. Dabei geht es nicht darum, dass die Aufgaben, die gemacht werden müssen, vernachlässigt werden, keine Angst. Es geht darum, dass das Team auch selbst weiß, was ansteht und dies eine natürliche Ordnung bildet. Was funktioniert, erhält Kraft und Energie. Andere Ideen setzen sich nicht durch und werden losgelassen.

Gehen wir systematisch davon aus, dass Menschen verlässlich, selbstmotiviert, vertrauenswürdig und intelligent sind. Es braucht keinen Dirigenten, der alles diktiert und kontrolliert.

Ohne Glück, keine Leistung.
Um glücklich zu sein, müssen wir uns motiviert fühlen.
Um motiviert zu sein, müssen wir uns verantwortlich fühlen.
Um verantwortlich zu sein, müssen wir wissen, warum und für wen wir arbeiten und die Freiheit haben zu entscheiden, wie wir arbeiten.
FREDERIC LALOUX

 

Lasst uns gemeinsam in diese neue Arbeitswelt starten und gemeinsam mitgestalten.

Wir wissen alle nicht, was kommt, wir spüren nur, dass sich was tut. Wir spüren, dass sich die Prioritäten ändern, dass Themen plötzlich nicht mehr nur wichtig werden, sondern langsam die Selbstverständlichkeit annehmen, die sie haben sollten. Dazu gehört auch unsere Persönlichkeit, die in den Vordergrund tritt und dass es selbstverständlich wird, dass wir so sein dürfen, wie wir wirklich sind! 

Unsere Vision ist es, diese Arbeitswelt aktiv mitzugestalten.

Darum haben wir Produkte entwickelt, die sowohl für Teams die Basis für die neue Arbeitswelt legen. Wir plädieren für selbstgeführte Organisationen, werteorientierte Teams und diverse Teams. Darin sehen wir die Zukunft.

Unsere Produkte:

Warum diese Produkte so gut zu dem Artikel passen? Weil der Artikel sowie unsere Produkte aus tiefstem Herzen kommen. Du teilst unsere Vision? Dann schreib mich gerne an, ich freue mich auf deine Mail.

Eure Alex

 

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* Quelle: Stepstone Trendstudie 2016

 


Photo by United Nations COVID-19 Response

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