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Was ist eigentlich eine Rollenverteilung und warum sind Rollen wichtig in der Teamarbeit?

Nimm dir bitte ein paar Minuten Zeit und schau dir deine Kollegen ganz genau an. Mit diesem zusammengewürfelten Haufen musst du das anstehende Projekt unter Zeitdruck erfolgreich zu Ende bringen. Meinst du das klappt in der aktuellen Zusammensetzung diesmal endlich?

Bisher ist es doch so, dass Teams nach Lebensläufen und Zeugnissen zusammengesetzt werden. Der eine hat eine Aufgabe woanders schon mal erfolgreich erledigt und den anderen muss man eben im Team haben, weil er der Liebling des Chefs ist. Und ausserdem habt ihr das schon immer so gemacht. Jeder hat eine bestimmte Rolle und die ist zumeist in Stein gemeißelt.

Aber warum ist dein Unternehmen gerade dort wo es ist und ihr blickt neidisch auf diese coolen Startups, die so komplett anders arbeiten? Jeder scheint in den anderen Firmen Spaß an der Arbeit zu haben und macht genau das, was er oder sie machen möchte. Und dann ist die Firma noch erfolgreich. Da muss es doch ein Geheimnis geben.

Viele erfolgreiche Firmen haben es verstanden, dass sie das volle Potential der Mitarbeiter nutzen können. Dazu gehören nicht nur Fachkompetenzen, sondern auch menschliche Wesenszüge.

Die Teamaufstellung nach Belbin

Die Grundlage für diese Vorgehensweise ist die von Dr. Raymond Meredith Belbin entwickelte Methode der Rollen im Team. Im Laufe seiner wissenschaftlichen Studien erkannte er schon in den 1970ern, warum bestimmte Teams erfolgreicher waren als andere: Es lag an der Persönlichkeitsstruktur.

Nicht die Teams mit dem besten Fachwissen sind erfolgreich, sondern die unterschiedlichsten Teams

Belbin fand heraus, dass nicht die Teams am erfolgreichsten sind, die das größte Fachwissen haben. Es waren immer die Teams, deren Mitglieder auf den ersten Blick am unterschiedlichsten waren. Seine Schlussfolgerung: Nicht die Kompetenz der einzelnen ist wichtig, sondern dass sich die Charaktere und Persönlichkeiten der Mitarbeiter am meisten unterscheiden. Durch diese maximal unterschiedliche Zusammensetzung können die Stärken aller optimal genutzt und individuelle Schwächen ausgeglichen werden.

Belbin definierte aus seinen Studien neun Rollen, die für ein erfolgreiches Team immer besetzt werden sollten.

Die neun Rollen nach Belbin

Nach Belbin braucht ein erfolgreiches Team Rollen in diesen drei Hauptkategorien:

+ Handlungsorientierte Rollen

+ Kommunikationsorientierte Rollen

+ Wissensorientierte Rollen

In jeder dieser drei Kategorien finden sich genau drei Rollen mit bestimmten Aufgaben:

Handeln

+ Macher (Shaper)

+ Umsetzer (Implementer)

+ Perfektionist (Completer, Finisher)

Kommunikation

+ Koordinator/Integrator (Co-ordinator)

+ Teamarbeiter/Mitspieler (Teamworker), 

+ Wegbereiter/Weichensteller (Resource Investigator)

Wissen

+ Neuerer/Erfinder (Plant)

+ Beobachter (Monitor Evaluator)

+ Spezialist (Specialist)

Dabei ist es wichtig zu wissen, dass jede Rolle notwendig ist und alle zusammen gleichberechtigt anzusehen sind. Alle Rollen tragen ihren persönlichen Anteil zum Erfolg bei und sind unersetzlich.

Für jede dieser neun Rollen werden Aufgabenbereiche innerhalb des Teams definiert, charakteristische Wesenszüge festgelegt und bestimmte Schwächen zugestanden.

Am Beispiel des Neuerers lässt sich die Rolle schnell erklären.

+ Aufgabe im Team: kreativ, generiert neue Ideen und löst Probleme

+ Charakter: unorthodoxes Denken, hemdsärmelig

+ Schwäche: abschweifend, gedankenverloren, kommunikationsschwach

Dieses Wissen um die Rollenverteilung nach Belbin wird inzwischen weltweit erfolgreich von Unternehmen genutzt, um erfolgreiche Projektteams aus vorhandenem Personal zu bilden, aber auch um neue Mitarbeiter einzustellen.

Warum sind Rollen in Team so wichtig?

Damit sich alle Teammitglieder voll und ganz auf ihre Aufgaben und den Projekterfolg konzentrieren können, ist es sinnvoll, auf Belbins Rollenmodell zurückzugreifen. So ist es auf einmal ganz klar, warum es bisher Reibereien im Team gibt und wie du sie künftig umgehen kannst.

Je mehr sich die Teammitglieder ihrer Rollen und damit verbundenen Stärken und Schwächen bewusst sind, desto mehr verstehen sie einander. Der eine Kollege, der ständig Fehler findet, macht das nicht aus Bosheit. Das ist seine Stärke, die ihm seine Rolle erleichtert und das Team voranbringt.

Muss dein Unternehmen Mitarbeiter entlassen, um endlich erfolgreich zu werden?

Natürlich können Unternehmen nicht einfach alle Mitarbeiter entlassen, alles auf Null stellen und neue Mitarbeiter nach wissenschaftlichen Erkenntnissen einstellen. Das wird kein Unternehmen überleben – sowohl wirtschaftlich als auch moralisch.

Im Gegenteil: Unternehmen sollten die Talente und Interessen der vorhandenen Mitarbeiter sehr genau kennen und sinnvoll nutzen. In jedem Unternehmen schlummern wahre Schätze, die es nur zu heben gilt.

Dazu gehört allerdings auch immer ein Kulturwandel, um das gern genutzte “Das haben wir schon immer so gemacht” zu verbannen und um Hierarchien und Strukturen zu hinterfragen. Und gerade das ist die größte Herausforderung für Unternehmen. Denn der Unterschied zwischen Status Quo und dem gewünschten Ergebnis ist meist riesig.

Wir sind uns sicher, dass in jedem Unternehmen bereits alle neun Rollen ausreichend vertreten sind. Bisher wurden die relevanten Mitarbeiter nur noch nicht erkannt und deren Fähigkeiten falsch eingesetzt. Es ist wichtig, genau hier anzupacken und Abteilungen neu zu kombinieren. Oder gefestigte Abteilungsgrenzen zugunsten von schnellen Projektteams komplett aufzulösen.

Der große Vorteil an der Optimierung der Rollen innerhalb der  bestehenden Mitarbeiterstruktur liegt klar auf der Hand. Die Kolleginnen und Kollegen sind bereits eingelernt, sie kennen Prozesse und haben ein unternehmensweites Netzwerk. Wenn du dieses Wissen um die individuelle Rolle des Einzelnen erweiterst und seine wahren Talente heraus stellst, bist du auf dem besten Weg zu einem erfolgreichen Projektabschluss.

Wie unterstützt MatchManao bei der Rollenverteilung in Teams?

Die von MatchManao entwickelten Algorithmen der Manao-KI helfen dir bei dem Aufbau schlagkräftiger Teams. Wir bringen Euch zum gemeinsamen Sweet Spot – auf Basis psychologischer Kriterien, angewandter Wissenschaft und maschinellem Lernen.

Wir unterstützen dich beim Team Design und prüfen Mitarbeiter und Bewerber auf deren individuelle Rolle im Team. Und wenn es unter deinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern keinen passenden Charakter gibt, greifen wir auf unseren Pool an Talenten zurück. Mit fachlich und menschlich passenden Freelancer ergänzen wir dein Team perfekt.

Gemeinsam stärken wir das Miteinander und sorgen nachweislich für bessere Ergebnisse in kürzerer Zeit. Wichtig ist uns das gemeinsame Verständnis für den Sweet Spot. Denn nur wenn ihr perfekt aufeinander eingespielt seid, eure Stärken und Schwächen kennt, erst dann entsteht wirklich großartige Zusammenarbeit.


Foto von Pascal Swier auf Unsplash

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